Polizeieinsatz am U-Bahnhof Hohenzollernplatz beendet

Polizei-Absperrung
Symbolbild

Mann vorläufig festgenommen - Schüsse erwiesen sich als Fehlalarm

(3.8.2017) Nach einem Notruf über angebliche Schüsse im Münchner U-Bahnhof Hohenzollernplatz ist heute Nachmittag ein Mann vorläufig festgenommen worden. Die Fahrerin der U-Bahn sowie drei Fahrgäste erlitten einen Schock und wurden vom Kriseninterventionsteam betreut. Auch die U-Bahnen konnten während des Einsatzes nicht verkehren. Inzwischen herrscht wieder Normalbetrieb.

Mann schlug an die Fahrertür einer U-Bahn

Der 38 Jahre alte festgenommene Mann hatte an der Haltestelle Hohenzollernplatz an die Fahrertüre einer U-Bahn geschlagen. Aufgrund seines auffälligen Verhaltens habe wahrscheinlich ein unbeteiligter Passant den Nothalt der U-Bahn gezogen, berichtete Polizeisprecher Thomas Baumann.

Der Mann sei daraufhin ins Gleisbett gesprungen und der U-Bahn hinterhergelaufen. Er habe dann erneut versucht, in die Fahrerkabine einzudringen. Wenig später sei der "amtsbekannte" Mann bereits festgenommen worden. Die Polizei war mit großem Aufgebot angerückt.

Rund 130 Kräfte waren im Einsatz. Augenzeugen berichteten von bewaffneten Polizisten in schusssicheren Westen, die auch am nahen Josephplatz unterwegs waren. Warum zuerst Schüsse gemeldet worden waren, versuche die Polizei noch zu klären. Während der Mann Richtung Fahrerkanzel lief, schlug er gegen die Scheiben der U-Bahn, insbesondere gegen die Fahrerkanzel. Offenbar wurden die Schläge durch Fahrgäste als Schüsse fehlinterpretiert. Der polizeibekannte 39-Jährige hatte Betäubungsmittel konsumiert und litt offenbar unter Wahnvorstellungen. Gegen ihn wird nun wegen verschiedener Straftaten, wie etwa wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr, ermittelt. Er wurde in ein Klinikum eingewiesen

Die Polizei suchte dennoch das Gelände vorsorglich nach Waffen ab. Die U-Bahnfahrerin war zunächst nicht vernehmungsfähig. "Sie hat einen gewaltigen Schock", sagte der Polizeisprecher. Auf die Frage, ob die Menschen nach dem Amoklauf mit neun Todesopfern vor gut einem Jahr in München ängstlicher reagierten, sagte Baumann: "Wir sind froh, wenn die Personen sensibel sind und Mitteilungen an die Polizei gemacht werden."

Beeinträchtigungen bei der U-Bahn

Der Streckenabschnitt Theresienstraße – Hohenzollernplatz – Scheidplatz musste daher gegen 14:20 Uhr zeitweise komplett sperren. Die in der U-Bahn ausharrenden Fahrgäste wurden via Lautsprecher über die Situation informiert und vom Rettungsdienst betreut. Gegen 15:10 Uhr konnte der Zug in den Bahnhof Hohenzollernplatz zurückgefahren und evakuiert werden.

Die Züge der U-Bahn-Linie U2 halten laut MVG wieder am Hohenzollernplatz. In der Folge kommt es jedoch auf der gesamten U-Bahnlinie in beiden Richtungen noch bis in den Abend hinein zu erheblichen Beeinträchtigungen. Es ist mit Verspätungen, vereinzelten Zugausfällen und vorzeitigen Wendungen zu rechnen. Während der Störung war – soweit möglich – ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen und Taxis eingerichtet.

Zu aktuellen Betriebsänderungen

(dpa/muenchen.de)

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