10 Tipps für einen rundum gelungenen Biergartenbesuch

Biergarten am Chinesischen Turm im Sommer, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann
Der Biergartenbesuch gehört zum bayerischen Lebensgefühl dazu

Mit unseren Tipps werdet ihr zum Biergartenprofi! Wie gelangt man an eine gut eingeschenkte Maß? Wie trotzt man Wespen, Wetter und wackelnden Biertischen? Wo findet man den perfekten Platz? Wir verraten es...

Biergärten von A bis Z

mehr Infos Wer noch nicht weiß, wohin der nächste Biergartenbesuch führt:
hier sind Münchens Biergärten in der großen Übersicht

 

Platzwahl: Was den perfekten Platz ausmacht

Biergarten am Seehaus im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller

Bei der Platzwahl ist ein wacher Blick gefragt. Natürlich möchte jeder die Sonne genießen, doch an richtig heißen Tagen sitzt es sich unter Schirmen deutlich angenehmer. Außerdem ist man dort geschützt, falls es doch noch regnen sollte. Empfindliche Nasen suchen sich Plätze, die weit von den Abfalleimern entfernt sind - dort gibt es bei Hitze auch weniger Wespen. Wer mit Kindern unterwegs ist, sucht sich in Biergärten mit Spielplatz am besten einen Platz in der Nähe: mit einer Maß in der Hand den Kleinen beim Spielen im Sandkasten zuzuschauen, ist doch eindeutig die angenehmste Art der Kinderbetreuung. Die Biergärten, die an Seen gelegen sind, kennen noch weitere Vorzüge: wer am Wasser einen der begehrten Plätze ergattert, bekommt echtes Urlaubsfeeling zur Maß dazu.

Schwierige Entscheidung: Erst Platz sichern oder Bier holen?

Biergarten am chinesischen Turm im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Immer gut besucht: Die Münchner Biergärten

Diese Frage ist kniffliger als gedacht und kann gar nicht so einfach beantwortet werden. Tatsächlich kommt das sowohl auf die Anzahl der Gäste, als auch auf ihre kulinarischen Gelüste an. Ist man zu zweit unterwegs und will nur gemütlich eine Maß trinken, kann man getrost erst einmal den Ausschank ansteuern. Mit nur einem Krug in der Hand ist man beweglich, ein Platz für zwei Personen ist schnell gefunden. Will man neben Hopfen und Malz auch noch feste Nahrung zu sich nehmen und der Biergarten ist proppenvoll, gehen Experten erst einmal auf Platzsuche. Denn wenn man mit vollem Maßkrug, einem halben Hendl, zwei Debreziner und einer großen Wiesn-Brezen versucht, einen freien Tisch für eine ganze Gruppe zu finden, wird das Bier schon vor dem Anstoßen schal. Wenn die gemütliche Runde zuerst ihren Tisch findet, geht es ganz entspannt nacheinander an die Theke.

Ausschank prüfen: Wie viel Schaum darf's eigentlich sein?

Biergartentipps: wieviel Schaum darf sein, fragen sich manche., Foto: Dan Vauelle

Schluck! Da bleibt einem doch der Obatzte im Hals stecken. Der Schankwirt hat in der Eile zu wenig Bier ins Glas gefüllt. Jetzt nur nicht schüchtern sein und auf Nachfüllen bestehen - das ist ganz normal. Woran man erkennt, dass zu wenig Bier im Krug ist: Grundsätzlich ist die Maß voll, wenn das Bier ohne Schaumkrone bis zum Eichstrich steht.

Biergarten-Tricks: Für Wespen und Wetter gewappnet

Der Hirschgarten., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Profis schützen ihr Bier mit einem Deckel

Der Biertisch wackelt? Kein Problem! Erfahrene Biergarten-Kenner helfen sich mit "Bierfuizln" (Bierdeckeln) aus. Ein passender Stein unter dem Tischbein ist ähnlich effektiv. Gegen nervige Wespen hilft eine mit Nelken gespickte Zitrone. Hat man das nicht zur Hand, sollte man Essensreste so schnell wie möglich zur Rückgabe bringen und süße Getränke möglichst abdecken. Echte Biergarten-Kenner passen natürlich auch auf ihre Maß mit Argusauge auf: mit einem Bierdeckel aus Holz verhindern sie, dass herabfallende Blätter in den Gerstensaft geraten - und auch mit durstigen Fliegen müssen sie so ihr kostbares Bier nicht teilen.

Brotzeit mitbringen: Jeder, wie er mag

Familie mit mitgebrachtem Picknick im Biergarten Augustinerkeller, Foto: Dan Vauelle

Auf den Biergarten als Treffpunkt einigt man sich schnell - nicht zuletzt, weil jeder essen kann, wonach ihm beliebt. Denn in unseren geliebten Münchner Biergärten gilt heute noch ein Erlass König Ludwigs I., der es erlaubt, die Speisen selbst mitzubringen. Die Antwort auf die sonst umstrittene Frage "Italienisch, Bayerisch, Indisch oder Chinesisch?" lautet also: alles! Jeder, wie er mag. Die Getränke kauft man an der Schänke - aber mal ehrlich: das Bier, Radler, Spezi und Co. mitzuschleppen, wäre ja auch eher Konditionstraining als Müßiggang. Einer der Klassiker schlecht hin, ist und bleibt natürlich ein Obatzter zu Brezen oder Brot: Hier geht's zu unserem Rezept

"Is da noch frei?": Wer freundlich fragt, wird herzlich empfangen

Das Augustinerbräu., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Am Biertisch kommt Geselligkeit auf

Große Biertische sind wie dafür gemacht, neue Leute kennenzulernen. Freundlichkeit und Fingerspitzengefühl sind hier gefragt. „Servus, ist der Platz noch frei?“ geht immer. Auch ein kurzes „Darf ich?“ ist in Ordnung, wenn es freundlich und lächelnd rüberkommt. Bis zu zehn Bierfreunde haben an einem Tisch Platz, wenn alle zammrucken.

Richtig anstoßen: Wie man den Maßkrug hält

Mit Griff am Henkel stoßt man die Maß im Biergarten richtig an, hier im Augustinerkeller, Foto: Dan Vauelle
Auch Anstoßen will gelernt sein

Obacht beim Trinken und anstoßen: Wer clever ist, hält den Maßkrug am Henkel, denn dafür ist so ein Henkel schließlich da. Wenn man die Handfläche an den Maßkrug legt, wärmt damit das Bier. Übrigens: Mit einem „Prost“ angestoßen wird auch, wenn man den Tischnachbarn nicht kennt – niemand trinkt den ersten Schluck Bier allein. Die Sitte, dass der Krug nach dem Anstoßen noch einmal auf dem Tisch abgesetzt wird, konnte bisher noch nicht eindeutig historisch für richtig oder falsch erklärt werden. Hier gilt die Devise: Kann man machen, muss man aber nicht.

Video: Wie hält man den Maßkrug richtig? Wir haben auf der Wiesn nachgefragt!

Biergarten für Fortgeschrittene: Getränke variieren

Biergarten zum Aumeister im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Wasser dazu: die Mischung macht's

Das Münchner Bier ist süffig, aber auch recht stark. Und an der frischen Luft ist der Durst immer besonders groß. Deshalb empfiehlt es sich, die Maß in "Maßen" zu genießen und hin und wieder einmal ein anderes Getränk zu wählen. Neben dem Bier-Klassiker gibt es ja auch noch Radler, Russen, Weißbier oder Antialkoholisches wie Spezi oder Apfelsaftschorle: perfekt an einem sonnigen Tag.

Zapfenstreich: Bis wann es Bier gibt

Bevor das letzte Stündlein schlägt, schnell noch eine Maß holen

Wie lange es geht, ist von Biergarten zu Biergarten verschieden. Viel wichtiger ist jedoch das Ausschank-Ende. Das letzte Bier kann man spätestens eine halbe Stunde vor dem Schluss holen – hier ist also Vorausplanung angesagt, um die letzten Minuten im Biergarten nicht auf dem Trockenen zu sitzen. Damit niemand seine Chance auf die letzte Runde verpasst, wird zum Glück eine Glocke geläutet.

Heimfahrt: Mit dem Radl geht's am schönsten - aber auch hier gilt: Vorsicht mit dem Alkohol!

Der Schinderstadl am Flaucher., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Zur Belohnung für die Radltour geht es in den Biergarten

Nach einem gemütlichen Biergarten-Besuch steht die Heimreise an. Wer tolles Wetter schon auf dem Weg genießen möchte, hat sowieso das Fahrrad dabei: Denn was gibt es Schöneres, als mit dem Drahtesel bei Sonnenschein in die umliegenden Kastanienoasen zu fahren? Und auf dem Nachhauseweg kann man noch einmal die schöne, frische Luft genießen. Aber natürlich gilt auch fürs Fahrrad besondere Vorsicht beim Alkoholkonsum: Bereits ab 0,3 Promille machen sich bei einem Verkehrsunfall oder beim Radfahren mit Ausfallerscheinungen Radfahrer strafbar, und ab 1,6 Promille müssen diese, auch wenn es nicht zu einem Unfall kommt, mit einem Verfahren wegen Trunkenheit rechnen. Aber zu trinken gibt es im Biergarten ja auch genug Alkoholfreies!

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