10 Tipps für den perfekten Biergartentag

Biergarten am Seehaus im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller

Was macht einen perfekten Biergartentag aus? Wenn das Wetter mitspielt braucht man nur noch den richtigen Platz, eine gut eingeschenkte Maß und nette Tischnachbarn. Wie Ihr das alles bekommt und was man noch über Münchner Biergärten wissen sollte, verraten wir Euch in unserem kleinen Biergarten-Einmaleins.

Biergärten von A bis Z

mehr Infos Wer noch nicht weiß, wohin der nächste Biergartenbesuch führt:
hier sind Münchens Biergärten in der großen Übersicht

 

Platzwahl: Was den perfekten Platz ausmacht

Biergarten am Seehaus im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller

Bei der Platzwahl könnt Ihr schon viel richtig machen. Im Selbstbedienungsbereich gibt es keine Reservierungen, für die besten Plätze braucht Ihr nur rechtzeitig da zu sein. Seid Ihr mit Kindern unterwegs, sucht Euch in Biergärten mit Spielplatz am besten einen Platz in der Nähe: Mit einer Maß in der Hand den Kleinen beim Spielen im Sandkasten zuzuschauen, ist eindeutig die angenehmste Art der Kinderbetreuung. Immer besonders schön sind die Biergärten mit Seeblick (z.B. Michaeligarten und Seehaus), hier fühlt Ihr Euch mitten in der Stadt wie im Urlaub.

Schwierige Entscheidung: Erst Platz sichern oder Bier holen?

Biergarten am chinesischen Turm im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Immer gut besucht: Die Münchner Biergärten

Diese Frage ist kniffliger als gedacht und kann gar nicht so einfach beantwortet werden. Seid Ihr zu zweit unterwegs und wollt nur gemütlich eine Maß trinken, könnt Ihr getrost erst einmal den Ausschank ansteuern. Mit nur einem Krug in der Hand ist man beweglich, ein Platz für zwei Personen ist schnell gefunden.

Seit ihr eine größere Gruppe und wollt neben Hopfen und Malz auch noch feste Nahrung zu Euch nehmen, geht Ihr als (künftige) Experten erst einmal auf Platzsuche. Denn wenn Ihr mit vollem Maßkrug, einem halben Hendl, zwei Debrezinern und einer großen Wiesn-Brezen versucht, einen freien Tisch für eine ganze Gruppe zu finden, dann wird Euch das Bier schon vor dem Anstoßen schal. Wenn die Runde zuerst ihren Tisch findet, geht es ganz entspannt nacheinander an die Schänke.

Brotzeit mitbringen: Jeder, wie er mag

Familie mit mitgebrachtem Picknick im Biergarten Augustinerkeller, Foto: Dan Vauelle

Auf den Biergarten als Treffpunkt einigt man sich schnell - nicht zuletzt, weil jeder essen kann, wonach ihm beliebt. Denn in unseren traditionellen Münchner Biergärten gilt heute noch ein Erlass König Ludwigs I., der es erlaubt, die Speisen selbst mitzubringen. Die Antwort auf die sonst umstrittene Frage "Italienisch, Bayerisch, Indisch oder Chinesisch?" lautet also: alles! Jeder, wie er mag.

Die Getränke kauft Ihr an der Schänke - aber mal ehrlich: das Bier, Radler, Spezi und Co. mitzuschleppen, wäre ja auch eher Konditionstraining als Müßiggang. Einer der Klassiker schlecht hin, ist und bleibt natürlich ein Obatzter zu Brezen oder Brot: Hier geht's zu unserem Rezept

"Is da noch frei?": Wer freundlich fragt, wird herzlich empfangen

Das Augustinerbräu., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Am Biertisch kommt Geselligkeit auf

Große Biertische sind wie dafür gemacht, neue Leute kennenzulernen. Freundlichkeit und Fingerspitzengefühl sind hier gefragt. „Servus, ist der Platz noch frei?“ geht immer. Auch ein kurzes „Darf ich?“ ist in Ordnung, wenn Ihr dabei freundlich und lächelnd rüberkommt. Bis zu zehn Bierfreunde haben an einem Tisch Platz, wenn alle zammrucken.

Richtig anstoßen: Wie man den Maßkrug hält

Mit Griff am Henkel stoßt man die Maß im Biergarten richtig an, hier im Augustinerkeller, Foto: Dan Vauelle
Auch Anstoßen will gelernt sein

Obacht beim Trinken und Anstoßen: Wer clever ist, hält den Maßkrug am Henkel, denn dafür ist so ein Henkel schließlich da. Wer die Handfläche an den Maßkrug legt, erwärmt dadurch das Bier. Übrigens: Mit einem „Prost“ stoßt Ihr auch an, wenn Ihr den Tischnachbarn nicht kennt – niemand trinkt den ersten Schluck Bier allein. Die Sitte, dass der Krug nach dem Anstoßen noch einmal auf dem Tisch abgesetzt wird, konnte bisher noch nicht eindeutig historisch für richtig oder falsch erklärt werden. Hier gilt die Devise: Könnt Ihr machen, müsst Ihr aber nicht.

Video: Wie hält man den Maßkrug richtig? Wir haben auf der Wiesn nachgefragt!

Ausschank prüfen: Wie viel Schaum darf's eigentlich sein?

Biergartentipps: wieviel Schaum darf sein, fragen sich manche., Foto: Dan Vauelle

Wer kennt das nicht: Lange Schlangen an der Bierausgabe, endlich bekommt man seine Maß - aber irgendwie sieht sie nach einem halben Krug voller Schaum aus. Dann heißt es Ruhe bewahren und nicht gleich losmeckern. Wartet kurz, bis der Schaum sich gesetzt hat, manchmal täuscht der erste Anblick. Wenn der Schankwirt tatsächlich versehentlich zu wenig Bier ins Glas gefüllt hat, seid nicht schüchtern und bittet ihn nachzufüllen.

Biergarten für Fortgeschrittene: Getränke variieren

Biergarten zum Aumeister im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Wasser dazu: die Mischung macht's

Das Münchner Bier schmeckt, ist aber auch ganz schön stark. Und an der frischen Luft ist der Durst immer besonders groß. Deshalb empfehlen wir Euch, die Maß in "Maßen" zu genießen und hin und wieder einmal ein anderes Getränk zu wählen. Neben dem Bier-Klassiker gibt es ja auch noch Radler, Russen, Weißbier oder Antialkoholisches wie Spezi oder Apfelsaftschorle: perfekt an einem sonnigen Tag.

Biergarten-Tricks: Für Wespen und Wetter gewappnet

Der Hirschgarten., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Profis schützen ihr Bier mit einem Deckel

Der Biertisch wackelt? Kein Problem! Erfahrene Biergarten-Kenner helfen sich mit "Bierfuizln" (Bierdeckeln) aus. Ein passender Stein unter dem Tischbein ist ähnlich effektiv. Gegen nervige Wespen hilft eine mit Nelken gespickte Zitrone. Habt Ihr das nicht zur Hand, solltet Ihr Eure Essensreste so schnell wie möglich zur Rückgabe bringen und süße Getränke möglichst abdecken. Echte Biergarten-Kenner passen natürlich auch auf ihre Maß mit Argusauge auf: Mit einem Bierdeckel aus Holz verhindert Ihr, dass herabfallende Blätter ins Glas geraten - und auch mit durstigen Fliegen müsst Ihr Euer kostbares Bier so nicht teilen.

Zapfenstreich: Bis wann es Bier gibt

Bevor das letzte Stündlein schlägt, schnell noch eine Maß holen

Wie lange es geht, ist von Biergarten zu Biergarten verschieden. Viel wichtiger ist jedoch das Ausschank-Ende. Das letzte Bier holt Ihr Euch spätestens eine halbe Stunde vor dem Schluss – hier ist also Vorausplanung angesagt, um die letzten Minuten im Biergarten nicht auf dem Trockenen zu sitzen. Damit niemand seine Chance auf die letzte Runde verpasst, läutet zum Glück eine Glocke.

Heimfahrt: Mit dem Radl geht's am schönsten - aber auch hier gilt: Vorsicht mit dem Alkohol!

Der Schinderstadl am Flaucher., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Zur Belohnung für die Radltour geht es in den Biergarten

Nach einem gemütlichen Biergarten-Besuch steht die Heimreise an. Wenn Ihr das tolle Wetter schon auf dem Hinweg genießen wollt, habt Ihr das Fahrrad dabei. Spricht nichts dagegen. Aber auch fürs Fahrrad gilt besondere Vorsicht beim Alkoholkonsum: Bereits ab 0,3 Promille macht Ihr Euch bei einem Verkehrsunfall oder beim Radfahren mit Ausfallerscheinungen strafbar. Und ab 1,6 Promille müsst Ihr, auch wenn es nicht zu einem Unfall kommt, mit einem Verfahren wegen Trunkenheit rechnen. Aber zu trinken gibt es im Biergarten ja auch genug Alkoholfreies - und wer das Bier und sein Fahrrad liebt, der schiebt.

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